Lanzarote 5.4. - 14.4.2013

Knoblauch, Ketchup und Mayo

Mojo

Unser Wohnmobil muss schon ziemlich stark riechen. So viel Knoblauch wie in den letzten Monaten haben wir noch nie gegessen. Die Kanaren lieben Knoblauch auf Fisch und Meeresfrüchten, vor allem aber in den Mojos, den Saucen, die fast immer auf den Tisch kommen.

Die rote Mojosauce, die mit Paprika und Pfefferoni zubereitet wird und die grüne Mojo, die meist noch mehr Knoblauch enthält und außerdem Koriander und Kreuzkümmel, Essig und Olivenöl.

Mojo wird natürlich auch zu Papas arrugadas serviert. Diese Erdäpfel, die im besten Fall wirklich von den Kanaren stammen, werden ungeschält in stark salzhaltigem Wasser gekocht und kommen dann mit ganz verrunzelter Haut auf den Tisch.

ErdäpfelEssen

Thunfisch

Die Kanaren sind wahre Meister im Zubereiten von Fisch. Der wird gerne aufgeklappt und dann auf einen Plattengrill gelegt. Der berühmteste einheimische Fisch ist der Papageienfisch, oft sind verschiedene Arten von Doraden und Brassen frisch zu haben. Und viele andere Fische, deren Namen wir nicht kennen, die aber eines gemeinsam haben: Sie sind groß und gut.

Eine Fischart, die wir kennen, entdecken wir in einem Tranporter zwischen Bierkisten und leeren Kartons. Ein mittelgroßer Thunfisch. Auf Thunfisch zu verzichten, ist hier wirklich schwer, auch wenn es politisch unkorrekt ist. Thunfisch in Mandelsauce schmeckt einfach saugut.

Sonst mögen es die Kanaren gern ein bissl deftig. Sie lieben Eintöpfe. Kresseintopf oder Eintopf mit Kürbis und anderem Gemüse. Dazu Gofio, Mehl aus verschiedenen Getreidearten, das mit Milch oder Suppe verrührt wird und für jede Menge Kalorien sorgt.

EssenEssen

Essen

Gofio wird auch zu den diversen Fischeintöpfen und Fischsuppen serviert. Zu Gallegada zum Beispiel, einem Fischeintopf mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Gemüse und Safran. Nach so einer Portion sollte man eigentlich drei Tage lang nichts mehr essen.

Aber wenn es um Kalorien geht, sind die Kanaren ohnehin nicht zimperlich. Als ob die Mojosaucen nicht genug wären, wird oft noch Majonaise serviert. Aber auch panierte Tintenfischringerl werden nicht nur, so wie wir anfangs geglaubt haben, von richtigen Dooftouristen gegessen. Die Kanaren setzen da noch eins drauf und leeren gelegentlich Ketchup über die frittierten Fischteile.

EssenEssen

Ja und dann gibt es natürlich Paella, und Ziegen und Kaninchen, und Tintenfische und Muscheln vom Grill und vor allem die wunderbaren Tapas, bei denen all die Köstlichkeiten in kleinen Tonschalen serviert werden.

EssenEssen

Und zur Nachspeise Mandelcreme oder Karamelpudding oder Ziegenkäse. Und ein Gläschen Rum oder Barraquito, Kaffee mit süßer Kondensmilch und Likör. Oder Sangria. Dieser Wein mit Gin und Früchten ist zwar zu süß, um ihn zum Essen zu trinken, aber nach dem Essen ist er sehr nett. Vor allem in der Variante Sangria champan, also mit Champagner oder dem, was die Spanier Champagner nennen, statt Rotwein.

EssenEssen

TrinkenSangria

Drei Farben: Schwarz, grün, weiß

Fähre

Zum letzten Mal nehmen wir eine Fähre von einer Kanareninsel auf eine andere. Auf dem Schiff nach Lanzarote steht unser Wohnmobil direkt neben einem Kleinlastwagen, der einen Wutzler geladen hat. Das Fährpersonal hat, genauso wie wir, Spaß am Tischfußball an Bord.

Eigentlich wollten wir auf Lanzarote ja nur mehr eine Woche gemütlich abhängen, aber dann entdecken wir doch noch vieles, was uns bei unserem letzten Aufenthalt im Jänner entgangen ist. Zum Beispiel die grüne Lagune bei El Golfo, die von einer schwarzen Bucht umschlossen wird und ihre Farbe Algen zu verdanken hat.

Lago VerdeLago Verde

Lago VerdeLago Verde

Ein Lavafeld ist nicht nur ein Lavafeld. Ein Lavafeld hat Geschichte. Hier ist die Lava ins Meer geflossen. Dort hat sich die glühende Asche über die Landschaft gelegt. Und vor allem: Hier haben Menschen gelebt, als der Vulkan ausgebrochen ist.

Wer sich Zeit nimmt, spürt die Kraft der Lavafelder, aber andererseits können diese Orte, an denen die Gischt an den Lavatunneln hochbrandet, auch Spaß machen.

Wobei die Kanaren wirklich gut darin sind, diese Sehenswürdigkeiten den Touristen so zugänglich zu machen, dass sie sich sehr harmonisch in die Landschaft einfügen.

LavafeldLavafeld

LavaKüste

LavaLava

KüsteKüste

Über Kanäle aus Lavagestein wird Meerwasser in große Becken geleitet. Dort verdunstet das Wasser und übrig bleiben Meersalz und natürlich herrliche Fotomotive in Lanzarotes Salzgärten, den Salinas de Janubio.

SalinenSalinen

SalinenSalinen

Regen

Es war nur ein wenig Regen, der gefallen ist, aber offensichtlich genug um die Kakteen zum Blühen zu bringen. Als wir drei Monate davor auf Lanzarote waren, hatte es sechzehn Monate nicht mehr geregnet.

KaktusKaktus

Kleine Wanderungen entlang der Nordostküste Lanzarotes. Es ist wie beim ersten Mal, als wir auf Lanzarote waren. Diese Landschaft berührt uns. Mehr gibt es darüber nicht zu sagen.

KüsteKüste

Ästhetik am Klo

Manrique

Irgendwie schön, dann wieder ein bissl kitschig – so sind uns die Bauten Caesar Manriques von unserem ersten Besuch auf Lanzarote in Erinnerung. Nachdem wir gesehen haben, wie auf den anderen Inseln der Kanaren gebaut wird. wissen wir warum dieser Architekt für Lanzarote so wichtig ist.

Zwar hat die Immobilienkrise auch hier ihre Spuren in Form von Bauruinen hinterlassen und auch hier finden sich einige grässliche Hotelbauten, aber im Großen und Ganzen ist Lanzarote von all dem, was die anderen Inseln verschandelt, verschont geblieben.

Wirklich überraschend ist die Fundacion Cesar Manrique. Dieses inzwischen zum Museum umgewandelte Haus, in dem Manrique gelebt und gearbeitet hat, ist einfach nur schön.

Sogar das Klo bekommt eine gewisse Ästhetik, wenn Manrique sich seiner angenommen hat.

ManriqueManrique

Die Anlage wurde inmitten eines Lavafeldes errichtet, der Gegensatz von schwarz und weiß ist ungeheuer reizvoll. Nach all den Fotos, die wir vor dem Besuch dieses Anwesens gesehen haben, ist die Realität definitiv beeindruckender. Die Räume sind in sich stimmig, die Einbindung in die Lavalandschaft sehr harmonisch.

Manrique

Manrique


Manrique

ManriqueManrique

ManriqueManrique

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