Arjuzanx-Burgos-Lanzarote 6.12.2025 - 31.12.2025
Zugvögel
Wenn die Kraniche im Dezember nach Süden ziehen, dann machen sie oft im Naturreservat um die Seen von Arjuzanx im französischen Baskenland Station. Wir tun das auch.
Anders als die Zugvögel wollen wir hier nicht überwintern, sondern weiter auf die Kanaren ziehen. Die Pause und die Wanderung nach 1700 Kilometern Fahrt tun gut. Wir umrunden den See in der Hoffnung hier heimischen Wildschweinen zu begegnen, finden aber nur ihre Spuren. Auch Kraniche lassen sich nicht blicken. Abgesehen von einem aus Stahl.
DIE Kathedrale
Es gibt zumindest zwei Gründe auf dem Weg nach Südspanien einen Tag in Burgos in Kastilien - Leon zu bleiben. Der wichtigste ist die gotische Kathedrale der Stadt.
Was für ein Glück, dass Ferdinand III, der König von Kastilien und Maurizio die Prinzessin Beatrix von Schwaben in Burgos heirateten. Getraut wurden sie von Bischof Don Mauricio im Jahr 1219 in einer Kirche im romanischen Stil. Der Bischof hatte in Paris studiert und ein Faible für moderne französische Baukunst, die sich schon der Gotik zugewandt hatte. König und Bischof gaben kurz nach der Hochzeit den Auftrag zum Bau einer neuen Kathedrale. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie fertiggestellt.
Die Kathedrale ist von außen durchaus beachtlich, aber ihren wahren Zauber entfaltet sie in ihrem Inneren. Vor allem Mitte Dezember, wenn sich kaum Touristen hierher verirren. Wir haben dieses UNESCO Weltkulturerbe fast für uns allein.
Irgendwo mittendrin hängt ein Bild, das uns an ein anderes Kunstwerk erinnert. Wir lesen nach: Es ist die „Santa Maria Magdalena“ von Leonardo da Vinci und Giovan Pietro Rizzoli.
Wir lassen uns nicht leicht für Kirchen begeistern, schon gar nicht für die überladenen und besonders goldigen. Auch in Burgos wurde nicht mit Gold gespart. Oft reichlich dick aufgetragen. Trotzdem ist diese Kathedrale auf außergewöhnliche Art faszinierend.
Abgesehen von der herrlichen Kathedrale ist Burgos nicht mehr als eine nette Stadt. Allerdings eine mit besonders netten Tapas-Bars. Wir ziehen es vor die Tapas mit den Sardinen, Blutwürsten und Burgos-Käse zu essen und nicht zu fotografieren.
Der Sturm
Am 16. Dezember kurz nach Mittag fahren wir bei strömenden Regen im Hafen von Cadiz auf die Fähre, die uns nach Lanzarote bringen soll. Schon beim Einchecken erfahren wir, dass es bei der Abfahrt Verzögerungen geben wird, weil draußen auf dem Atlantik ein Sturm tobt. Die Recherche am Handy zeigt einen Hurrikan, der wirklich böse aussieht. Unser Schiff bleibt vorerst im Hafen und legt mit 11 Stunden Verspätung ab. Wir sind sehr dankbar dafür, denn auch so ist die Fahrt noch bewegt genug, aber immerhin sicher. Letztlich kommen wir 17 Stunden später als geplant an.
Unterm Regenbogen
Über dem schwarzen Vulkangestein und den hellen Sanddünen Lanzarotes zeigen sich in diesem Dezember unzählige Regenbogen. Nahezu täglich regnet es, was die Wanderungen oft erschwert und gelegentlich werden Wege wegschwemmt, aber mit jedem Regen kommt mehr grün in die Landschaft.
Das verhälnismäßig schlechte Wetter bringt herrliche Wolkenstimmungen und zum Schwimmen im Atlantik ist das Wetter sowieso gut genug. Luft- und Wassertemperaturen liegen meist bei 18 Grad.