Granada - PyrenÄen - Oloron 14.2.2026 - 27.2.2026
Wind - Wellen - Überschwemmung
Das Schiff fährt auf die Welle auf, verharrt kurz auf dem Wellenkamm und dann geht wieder holprig bergab. Von unserem Platz im Restaurant im Bug des Schiffes sehen wir, wie die Fensterfront ins Meer eintaucht. Um uns herum nur mehr Wasser. Dagegen war die auch ziemlich bewegte Hinfahrt nach Lanzarote harmlos. Unsere Fähre nach Cadiz erreicht das spanische Festland mit sieben Stunden Verspätung.
Die Spuren des stürmischen Wetters der letzten Wochen in Andalusien sind noch gut zu sehen. Auf etlichen Straßen sind die Überschwemmungen zwar zurückgegangen, aber an der Beseitigung der Fahrbahnschäden wird noch gearbeitet.
Schnee und Orangen
Der Wetterbericht für Nordspanien und Frankreich verspricht eine grausliche Heimfahrt in ein kaltes und verschneites Mühlviertel. Wir ändern unsere Pläne und biegen nach Osten ab. Auch hier gibt es Schnee, aber in der Sierra Nevada in mehr als 3000 Meter Höhe darf das sein.
Weiter unten, in der Stadt Granada, ist es warm genug, um im Freien unterm Orangenbaum zu sitzen.
Maurisches und Christliches
Der Besuch in Granada war nicht eingeplant. Karten für eine Besichtigung der Alhambra gibt es nicht so kurzfristig. Wir beweisen Mut zur Lücke und freuen uns über den Blick auf Alhambra und die Sierra Nevada vom Mirador de San Nicolas aus. Der Aufstieg über kunstvoll gepflasterte Wege durch die engen Gassen des maurischen Viertels Albaicin ist bezaubernd.
Nach der Eroberung des muslimischen Granada durch die Katholischen Könige bekamen Isabelle von Kastillien und Ferdinand von Aragon den Schlüssel zur Alhambra. Danach haben sie sich gleich um den Bau einer Kathedrale bemüht.
Einsam durch die Pampa
Wir wissen aus Erfahrung, dass die Autobahn entlang der spanischen Küste grauslich ist. Die Dichte des LKW-Verkehrs um Valencia überrascht uns dann aber doch. Wir biegen Richtung Nordwesten ab und fahren durch die Pampa Richtung Pyrenäen. Gute Entscheidung!
In der Provinz Teruel fahren wir entlang einer Bahnstrecke in regelmäßigen Abständen an alten verlassenen Bahnhöfen vorbei. Zeugen des früheren Abbaus von Kohle und seltenen Tonerden, die mit Zügen transportiert wurden.
Die Fahrt ist nicht unanstrengend, die Straßen zum Teil richtig schlecht, gelegentlich kommen wir wegen einer Sperre gar nicht weiter und müssen lange Umwege in Kauf nehmen, aber die Landschaft ist schön. Aragon gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Spaniens - die geringe Bevölkerungsdichte bezieht sich auf Menschen, nicht auf Störche.
Richtung Pyrenäen
Wieder sehen wir Schnee in der Ferne. Dieses Mal liegt er auf den Bergspitzen Richtung Pyrenäen. Zum Fotografieren finden sich nur selten Möglichkeiten, daher hier nur ein paar Bilder mit dem Handy aus dem Autofenster geknipst.
Kleine alte Stadt in Frankreich
Etliche Besucher von Oloron-Sainte-Marie kommen zu Fuß, denn das hübsche Städtchen liegt am Jakobsweg. Wir reisen natürlich mit unserer woMAN an. Zum ersten Mal bin ich auf einer engen Straße mit überhängenden Felswänden am Steuer. Das Foto stammt allerdings von einer Fahrt davor. Auf dem Weg über die Pyrenäen war Bruno damit beschäftigt, mir die Abstände zum Fels anzusagen.
In Oloron gibt es den letzten französischen Erzeuger von Baskenmützen. Leider sind wir an einem Sonntag dort und können deshalb keine kaufen. Wir bummeln entlang der beiden Flüsse Gave d’Ossau und Gave d’Aspe, die sich hier zur Gave d’Oloron vereinigen, besichtigen die Kirchen von Sainte-Marie und spazieren durch das alte Viertel Saint-Croix.
Heimkehr
Obwohl wir auf dem Weg nach Hause seit Südspanien nahezu immer strahlendes schönes Wetter haben, begleiten uns die Spuren der Niederschläge und Stürme der letzten Wochen. Auch auf unserem letzten Abschnitt durch Deutschland sehen wir überschwemmte Felder und Wiesen. Zwei Wochen brauchen wir dieses Mal von Lanzarote nach Oberösterreich. Im Mühlviertel sind die Sonnenuntergänge eh auch schön. Andererseits... wenn wir an Lanzarote zurückdenken...